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Wechseljahre

Bei Frauen und auch Männern entwickeln sich in der Lebensmitte einschneidenden Veränderungen des Hormonhaushaltes, welche zu den Wechseljahren führen. Während die Wechseljahre bei der Frau schon lange bekannt sind, werden die Wechseljahrsbeschwerden des Mannes erst in jüngerer Zeit ärztlich beachtet.

Da die Wechseljahre insgesamt bei beiden Geschlechtern Alterungsprozesse nachhaltig fördern, sollte eine wirksame Anti-Aging-Strategie darauf ausgerichtet sein, den mit den Wechseljahren einhergehenden hormonellen Veränderungen entgegenzuwirken. Hierauf wird in einem separaten Kapitel zur Hormontherapie näher eingegangen.

Hormonelle Veränderungen bei der Frau

Bei der Frau kommt es etwa zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr zu einem erheblichen Nachlassen der Produktion weiblicher Geschlechtshormone (Östrogene, Progesteron). Die Östrogenspiegel fallen binnen zwei bis drei Jahren auf etwa ein Zehntel ihres ursprünglichen Wertes ab und entsprechen damit den Blutspiegeln junger Mädchen vor der Pubertät. Andererseits werden Schilddrüse und Nebenniere zur vermehrten Produktion von Schilddrüsenhormonen und Cortisol, dem körpereigenen Kortison, angeregt.

Östrogen und Progesteron sind unter anderem an der Steuerung des weiblichen Zyklus beteiligt, fördern Wachstum und Ausbildung der weiblchen Geschlechtsorgane und Geschlechtsmerkmale.

Schilddrüsenhormone sind an der Steuerung zahlreicher Stoffwechselprozesse, der Temperatur- und Verdauungsregulation sowie an der Regulation von Antrieb und Verhalten beteiligt.

Cortisol wirkt als Gegenspieler des Insulins blutzuckererhöhend, fördert einen Ansatz von Körperfett, moduliert die psychische Befindlichkeit, fördert einen Abbau der Knochensubstanz und wirkt sich entzündungshemmend sowie immunschwächend aus.

 

Hormonelle Veränderungen beim Mann

Beim Mann nimmt der Blutspiegel des männlichen Geschlechtshormons Testosteron schon ab dem 25. Lebensjahr geringradig und etwa ab dem 40. Lebensjahr oder später höhergradig ab, allerdings vollzieht sich dieser Hormonabfall im Unterschied zur Frau deutlich langsamer und erstreckt sich meist über viele Jahre. Daher können sich die verschiedenen Wechseljahrsbeschwerden des Mannes in sehr unterschiedlichem Lebensalter manifestieren, teils schon in der Lebensmitte, teils auch erst im Greisenalter.

Testosteron ist für Ausbildung der männlichen Geschlechtsorgane und Geschlechtsmerkmale verantwortlich, wirkt sexuell stimulierend, unterstützt Konzentration und Gedächtnis, verringert die Körperfettmasse und erhöht Knochendichte und Muskelmasse.

Der überwiegende Anteil des Testosterons wird im Blut an ein Trägereiweiss gebunden, welches Sex Hormone Binding Globuline (SHBG) genannt wird. Dieses an Eiweiss gebundene Testosteron ist nicht hormonell aktiv. Wenn nun im Lauf der Jahre der SHBG-Blutspiegel steigt, kann auch hierdurch dem Organismus zusätzlich wirksames Testosteron entzogen werden.  

Durch ein bestimmtes Enzym ( Ferment), die sog. Aromatase, kann Testosteron in Östrogen chemisch umgewandelt werden. Die Aromatase ist vorwiegend im Fettgewebe lokalisiert; mit zunehmendem Lebensalter steigt die Aromatase-Produktion. Dies erklärt, dass vor allem bei Fettleibigkeit und beim alternden Mann im Gefolge der männlichen Wechseljahre der Testosteronmangel verstärkt und ein Östrogenüberschuss begünstigt werden kann.

Überflüssiges Östrogen und SHBG werden vor allem in der Leber abgebaut. Daher fördert ein chronischer Leberschaden unter anderem auch Überschüsse an Östrogen und SHBG, unterstützt folglich hormonelle Störungen während der männlichen Wechseljahre und kann zu einer “Verweiblichung” (Feminisierung) des männlichen Erscheinungsbildes führen.

Andererseits benötigt der männliche Organismus auch gewisse Mengen an weiblichem Hormon (Östrogen). Dieses ist unter anderem erforderlich, um die Samenzellen reifen zu lassen und deren Beweglichkeit zu erhalten. Abnorm niedrige Östrogenspiegel beeinträchtigen daher die Fruchtbarkeit (Fertilität) des Mannes. Während der männlichen Wechseljahre kann neben dem Testosteronmangel auch ein Östrogenmangel entstehen, ggf. allerdings auch eine Dominanz des Östrogens (s.o.).

 

Weitere Veränderungen bei Mann und Frau

Bei Frauen und Männern kommt es im Gefolge der Wechseljahre gleichermaßen zu einer zunehmenden Verarmung an Wachstumshormon (Somatropin, Somatotropes Hormon / STH, Human Growth Hormon / HGH). Dieser Schwund an Wachstumshormon wird als Somatopause bezeichnet. Zusätzlich gehemmt wird das Wachstumshormon von dem blutzuckersenkenden Insulin und dem Hormon Somatostatin. Mit zunehmendem Alter kommt es in vielen Fällen zu Anstiegen der Insulin- und Somatostatin-Spiegel. Hierdurch wird das Defizit an Wachstumshormon verstärkt.

Wachstumshormon verhindert beim Erwachsenen einen Abbau der Muskelmasse, verbessert körperliche Fitness, Libido und Potenz, hemmt die Ausbildung von Übergewichtigkeit, übermäßigen Fettdepots und Fettstoffwechselstörungen, verringert das Osteoporose-Risiko und stärkt die Immunabwehr.

Ebenfalls bei Männern und Frauen kommt es gleichermaßen etwa ab dem 30. Lebensjahr zu einem kontinuierlichen Abfall des Blutspiegels eines weiteren Hormons, des sog. Dehydroepiandrosterons (DHEA). DHEA ist eine Vorstufe anderer Hormone. Beim Mann verwandelt es sich vorwiegend zu Östrogen, bei der Frau zu Testosteron. DHEA führt zu einer Steigerung von Merkfähigkeit und anderen mentalen Leistungen, verbessert allgemeines Wohlbefinden, Durchhaltevermögen und Stresstoleranz. Zusätzlich unterstützt DHEA das Immunsystem.

Ein weiteres Hormon, dessen Produktion mit zunehmendem Lebensalter abnimmt, ist das Melatonin. Dieses wird vor allem bei Dunkelheit während der Nacht gebildet. Melatonin steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus, reguliert auf diesem Wege auch zahlreiche sonstige Biorhythmen, die einer Tag-Nacht-Schwankung unterliegen, weiterhin scheint Melatonin  das Immunsystem zu stärken und einer Bildung bösartiger Tumore entgegenzuwirken. Zusätzlich wirkt Melatonin als sog. Radikalfänger vorzeitigen Alterungsprozessen entgegen, indem es reaktionsfreudige geladene Moleküle, die als sog. Radikale zell- und gewebsschädigend wirken, chemisch "neutralisieren" kann. Weitere Einzelheiten hierzu finden sich im Kapitel über Ernährungstherapie.

 

Symptome und Folgen der Wechseljahre

Die Wechseljahrsbeschwerden können sich bei Frauen und Männern prinzipiell ähneln. Wesentliche Symptome sind  unter anderem reduziertes Wohlbefinden, Neigung zu Schweißausbrüchen und vorzeitiger Erschöpfung, Schlafstörungen, Gelenk-, Rücken- und Muskelschmerzen, Nachlassen der Muskelkraft, Zunahme des Körperfettes, sichtbare Hautalterung und Hautaustrocknung, Schlafstörungen, Temperaturempfindlichkeit, Schwindelneigung, depressive Verstimmungen, Erschöpfungszustände, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Nachlassende Kreativität, Antriebsmangel, sexuelle Probleme,  gesteigerte Osteoporoserate, gesteigerte Krebsrate (Brustkrebs bei der Frau, Prostatakrebs beim Mann), Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Während sich die Wechseljahrsbeschwerden bei der Frau meist relativ plötzlich einstellen, entwickeln sich die entsprechenden Beschwerden beim Mann oftmals allmählich zunehmend über längere Zeiträume, da die hormonellen Änderungen beim Mann "schleichender" vonstatten gehen.

 

Copyright: Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich,
   Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182 3182

 

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