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Venenleiden

Auch krankhafte Veränderungen der Venen entwickeln sich, ähnlich wie die der Arterien meist im mittleren bis höheren Lebensalter und zeigen einen mit zunehmendem Lebensalter fortschreitenden Verlauf.  Daher können auch die Venenleiden als altersabhängige Krankheiten aufgefasst werden, deren Entstehung bzw. Fortschreiten durch Anti-Aging-Strategien beeinflussbar ist.

Zum näheren Verständnis der Venenleiden sollen zunächst einige allgemeine Aspekte zu den Venen und ihrer Funktion dargestellt werden.

Funktion und Verlauf der Beinvenen

Die Beinvenen haben die Funktion, das zuvor in die Beine geströmte Blut nach erfolgten Stoffaustausch aus den peripheren Geweben, nunmehr sauerstoffarm, wieder zum Herzen zurückzuführen. Aus den Kapillaren der Endstrombahn gelangt das Blut zunächst in feine Ausläufer der Venen, welche als Venolen bezeichnet werden. Diese vereinen sich im weiteren Verlauf  in Richtung Herz zu zunehmend grösseren Venen. Das Venenblut beider Beine wird von der rechten und linken Beckenvene aufgenommen und über die untere Hohlvene als Hauptsammelvene zum Herzen geführt.

In den Beinen existieren neben dem oberflächlichen Venensystem, welches sich unter der Haut befindet und oftmals äusserlich erkennbar ist, mehrere tiefgelegene Venen, die in Nachbarschaft zu den zugehörigen beinversorgenden Arterien verlaufen. Oberflächliches und tiefes Venensystem stehen über zahlreiche Verbindungsvenen (Perforansvenen) miteinander in Kontakt.

Wichtigste oberflächliche Vene des Beines ist die Vena saphena magna. Diese verläuft an der Innenseite des Ober- und Unterschenkels und mündet unterhalb der Leiste in die tiefe Oberschenkelvene (Vena femoralis). Der Mündungsanteil der Vena saphena magna wird auch Crosse genannt. An der Aussenseite des Unterschenkels findet sich als zweite grosse oberflächliche Vene die Vena saphena parva. Diese mündet etwa in Höhe der Kniekehle in die tiefe Kniekehlenvene (Vena poplitea). Von diesen beiden Venen, der Saphena magna und parva, gehen jeweils mehrere Seitenäste ab, welche die oberflächlichen Weichteile des Ober- und Unterschenkels durchziehen.

Die tiefen Beinvenen verlaufen in enger Nachbarschaft zu den entsprechenden Beinarterien (siehe dort). Im Unterschenkel sind die tiefen Beinvenen jeweils mehrfach angelegt; in Kniekehle und Oberschenkel sind die tiefen Beinvenen i.d.R. nicht doppelt angelegt. Entsprechend den Arterien verlaufen folglich in den tiefen Weichteilen des Unterschenkels jeweils mehrere Venae tibiales anteriores, posteriores et fibulares, in der Kniekehle die Vena poplitea und im Oberschenkel die Vena femoralis (superficialis, profunda, communis). Die Vena femoralis communis geht in kontinuierlichem Verlauf in die tiefe Beckenvene (Vena iliaca) über.

Beinvenen blau peripherBeinvenen perforantes blau

Die oben stehenden Abbildungen zeigen schematisch den Verlauf des tiefen und oberflächlichen Venensystems mit Perforansvenen (modifiziert nach Rudofsky).

Abbildung links: Vena saphena magna (1), Vena saphena parva (2), tiefe Unterschenkelvenen (3), Vena poplitea (4), Vena femoralis (5), Vena iliaca (6), untere Hohlvene ( 7). Zur verbesserten Übersicht ist vereinfachend nur eine tiefe Unterschenkelvene eingezeichnet. Die Perforansvenen (ohne Nummerierung) bilden kurzstreckige Querverbindungen zwischen oberflächlichen und tiefen Venen.

Abbildung rechts: Tiefes Venensystem (1) und oberflächliche Venen (2 und 3) stehen über mehrere quer verlaufende Perforansvenen (ohne Nummerierung) in Verbindung. Die Richtung des Blutflusses wird mit Pfeilen gekennzeichnet. Die Venenklappen sind als Rückschlagventile so angeordnet und ausgerichtet, dass im Normalfall der Blutfluss in allen Venen nur in einer Richtung verläuft, in den tiefen und oberflächlichen Venen zum Herzen, in den Perforansvenen nur von den oberflächlichen zu den tiefen Venen.

 

Feinbau Wandbau Venender Venen

Die Wände der Beinvenen sind deutlich dünner als die Arterienwände, enthalten weniger Muskelanteile und einen höheren Anteil Bindegewebe, da der Blutdruck in den Venen niedriger als in den Arterien liegt. Ansonsten entspricht der Aufbau der Venenwände den Arterien. Das Lumen wird von einer feinen Innenhaut (Epithel) ausgekleidet, an welches sich lockeres Bindegewebe anschliesst. Epithel und zugehöriges Bindegewebe bilden die Innenschicht (Intima, violett). Als Besonderheit besitzen die Venen mehrere von der Intima ausgehende Venenklappen . Diese wirken als zarte Rückschlagventile und unterstützen einen gerichteten Blutfluss zum Herzen; sie verhindern, dass sich in den Venen befindliches Blut übermässig in die Beine zurückstaut, besonders beim Sitzen oder Stehen. An die Intima schliesst sich eine zarte Schicht spärlichen Muskelgewebes an, welches von reichlich Bindegewebe durchsetzt wird (Media, grün). Nach aussen folgt als letzte Schicht eine Lage Bindegewebe (Adventitia, rot). Abb. modifiziert nach Schiebler.

 

Risikofaktoren

Verschiedene Risikofaktoren fördern die Entstehung von Erkrankungen der Beinvenen.

Venenleiden werden durch Bewegungsmangel begünstigt, weiterhin durch übermässiges und langanhaltendes Sitzen und Stehen. Längere Immobilisation, z.B. infolge von Operationen oder Gipsruhigstellungen erhöhen die Gefahr einer Venenthrombose. Auch chronische Druckeinwirkungen auf die grossen Sammelvenen des Becken-Bauchraumes, wie sie gelegentlich bei Schwangerschaften, Tumorkrankheiten oder chronischen Verstopfungszuständen auftreten können, fördern die Entwicklung von Venenleiden.

 

Krampfadern (Varizen) und Krampfaderleiden (Varikosis)

Sichtbare Krampfadern kommen durch krankhafte Erweiterungen der oberflächlichen Hautvenen zustande.

Einer Krampfaderbildung (Varicosis) können verschiedene Ursachen zugrunde liegen.

Bei der sogenannten primären Varicosis entwickelt sich eine umschriebene Erweiterung einzelner, meist oberflächlicher Beinvenen mit einer hierdurch entstehenden Schliessungsunfähigkeit der Venenklappen (venöse Insuffizienz). Diese Fehlfunktion der Venenklappen hat einen vermehrten Rückstau von Blut zur Folge; dieser Rückstau begünstigt seinerseits das Fortschreiten der Venenerweiterung. Ursache der primären Varicosis ist letztlich eine häufig durch Veranlagung vorgegebene Bindegewebsschwäche. Begünstigt wird eine solche Krampfaderbildung andererseits durch übermässiges und andauerndes Stehen oder Sitzen mit mangelhafter ausgleichender körperlicher Aktivität. Die tiefen Beinvenen und auch die Verbindungsvenen zwischen oberflächlichem und tiefem Beinvenensystem (Perforans-Venen) können bei dieser primären Varicosis intakt bleiben. In diesen Fällen halten sich Folgekomplikationen oftmals bis ins hohe Lebensalter in Grenzen. Die primäre Varicosis kann somit unter Umständen überwiegend ein ästhetisches Problem darstellen, wenn die sonstigen Beinvenen eine intakte Funktion behalten haben.

Bei der Perforansveneninsuffizienz entwickelt sich eine zunehmende Schliessungsunfähigkeit der Venenklappen einiger Verbindungsvenen zwischen tiefem und oberflächlichem Venensystem. Folglich kommt es zu einem andauernden Rückfluss von Blut aus den tiefen Beinvenen in die oberflächlichen Venen. Da das tiefe Venensystem mehr Blut als das oberflächliche System fördert, führt eine Perforans-Insuffizienz oftmals zu schwerwiegenderen Krampfaderbildungen als eine alleinige Klappeninsuffizienz oberflächlicher Venen. Die Blutstauungen  in den oberflächlichen Krampfadern sind folglich bei einer zusätzlich vorliegenden Perforans-Insuffizienz ausgeprägter, Folgekomplikationen  daher eher zu erwarten.

Bei einer Insuffizienz der tiefen Beinvenen (“tiefe Krampfadern”) sind die Venenklappen dieser Venen nicht mehr schliessungsfähig. Häufigste Ursache hierfür sind Destruktionen der tiefen Venenklappen durch abgelaufene rekanalisierte (wiedereröffnete) tiefe Venenthrombosen. Die Rückstauungen des Venenblutes in den tiefen Beinvenen führen oft zu besonders ausgeprägten Schwellungszuständen und Beschwerden; die blutstauungsbedingten Ernährungsstörungen der Weichteile begünstigen Geschwürsbildungen (offene Beine).

 

Tiefe Venenthrombose (Phlebothrombose)

Bei einer tiefen Venenthrombose entwickelt sich im Verlauf einer oder mehrerer tiefer Beinvenen ein Blutgerinnsel (Thrombus). Dieses Gerinnsel führt entweder zum vollständigen Verschluss, oder zu einer höhergradigen Verlegung des Venenlumens. Hierdurch bedingt, kommt es meist zu stauungsbedingten Flüssigkeitsansammlungen im betroffenen Bein, zusätzlich zu Schweregefühl und Schmerzen.

Als akute Komplikation einer solchen tiefen Venenthrombose droht die Lungenembolie, wenn sich das Blutgerinnsel von der Venenwand ablöst und mit dem Blutstrom über das Herz in die Lungengefässe transportiert wird.

Mögliche chronische Komplikation ist die Entwicklung eines postthrombotischen Syndroms, wenn es bei anhaltend gestörter Venenfunktion zu dauerhaften Schwellungszuständen (Oedemen), Schmerzen und Ernährungsstörungen der zugehörigen Beinweichteile bis hin zur Ausbildung von Beingeschwüren (offenen Beinen) kommt.

 

Oberflächliche Venenentzündung (Thrombophlebitis)

Die oberflächliche Venenentzündung (Thrombophlebitis) führt zu deutlichen entzündlichen Verhärtungen der betroffenen oberflächlichen Hautvenen mit umschriebener Rötung, Schwellung und Druckschmerzhaftigkeit. Im Unterschied zur tiefen Venenthrombose können Blutgerinnsel in den oberflächlichen Beinvenen grundsätzlich nicht zu klinisch relevanten Lungenembolien führen.

 

Spätfolgen

Bei chronischen Venenerkrankungen kann es infolge permanenter Blutstauung und eingeschränkten Blutaustausches zu chronischen Schwellungszuständen und Ernährungsstörungen der jeweiligen Weichteile kommen. Frühzeichen solcher Ernährungsstörungen sind dunkle Hautpigmentierungen, im weiteren Verlauf kann es zu venösen Geschwürsbildungen (offenen Beinen) kommen.

 

Vorbeugung von Venenleiden

Strategien einer wirksamen Vorbeugung von Venenleiden haben sich an den bekannten, vorstehend dargelegten begünstigenden Faktoren zu orientieren.

Regelmässige Bewegung, speziell Aktivierungen der Wadenmuskulatur, Spazierengehen, Wandern, Joggen und Schwimmen sind geeigent, nicht nur die arterielle Durchblutung der Beine, sondern auch den Zustand der Venen intakt zu halten. Zusätzlich sollten anhaltendes Sitzen und Stehen ohne ausgleichende Bewegungsaktivität möglichst eingeschränkt werden. Auch ein geregelter, weicher Stuhlgang ist zur Gesunderhaltung der Venen förderlich. Regelmässige Kaltwasseranwendungen, sofern vertragen, trainieren die Aufrechterhaltung eines hohen Venentonus; die hierdurch hervorgerufene Anspannung der Venenwand mit Engstellung der Venen trägt zu einer Beschleunigung des venösen Blutflusses bei. Dies wirkt einer Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) oder Krampfadern entgegen. In gleicher Weise wirkt auch Wassertreten. Eine ausreichende Trinkmenge, besonders im höheren Alter, ist wesentlich, um eine mögliche übermässige Eindickung (Viskositätserhöhung) des Blutes, welche ihrerseits eine Thrombenbildung begünstigen kann, zu vermeiden.

Im Falle von Krankheiten mit vermehrter Bettlägerigkeit sollte zur Vermeidung von nachfolgenden Thrombosen eine möglichst frühzeitige Mobilisierung angestrebt werden.

Analog sollte bei Interkontinentalflügen zur Vermeidung möglicher Thrombosebildung infolge vielstündigen Sitzens ein intervallweises Gehen im Durchgangskorridor des Flugzeuges praktiziert werden.

Bei einer Immobilisierung im Krankenhaus ist die Verabreichung von Heparininjektionen zur Thromboseprophylaxe ein routinemässig durchgeführter Standard.

 

Copyright: Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich,
   Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182 3182

 

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