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Übergewicht

Unter Aspekten des Anti-Aging ist zu konstatieren, dass eine Übergewichtigkeit infolge Begünstigung diverser Folgekrankheiten unter anderem auch das biologische Altern beschleunigen kann, da die statistisch kalkulierbare Lebenserwartung durch Adipositas herabgesetzt wird. Zusätzlich bedingt zumindest eine fortgeschrittene Adipositas auch eine deutliche Veringerung der Lebensqualität. Eine erfolgreiche Gewichtsnormalisierung stellt daher eine wesentliche Komponente im Gesamtkonzept einer ganzheitlich ausgerichteten Anti-Aging-Behandlung dar.

Die möglichen Ursachen einer pathologischen Gewichtsüberschreitung sind vielfältig und sollten in jedem Einzelfall sorgfältig abgeklärt werden.

Nach den Ergebnissen der Zwillingsforschung wird das Körpergewicht eines Menschen zu etwa 70% genetisch bedingt, d.h. durch Vererbung bestimmt. Zu etwa 30% beeinflussen Verhalten und Lebensumstände den Gewichtsverlauf. Dieser Sachverhalt lässt nachvollziehen, weshalb eine dauerhafte Gewichtsnormalisierung bei übergewichtigen Patienten oftmals nur schwer zu erreichen ist.

Hinsichtlich Verhalten und Lebensführung wird eine Übergewichtigkeit in erster Linie durch einen überhöhten Fettanteil in der Nahrung begünstigt. Nach neueren experimentellen Untersuchungen stellt die Fettkalorie neben der Alkoholkalorie diejenige Kalorie dar, welche die Entstehung eines überhöhten Gewichtes verursacht. Kohlenhydrate (Zucker) und Eiweisse (Proteine) werden andererseits auch bei übermässiger Zufuhr vorwiegend verbrannt und nicht in Speicherfett übergeführt.. Hieraus ergibt sich die Empfehlung, bei Übergewichtigkeit den Fettanteil in der Nahrung auf ein möglichst geringes Mass herabzusetzen. Dieses Ziel ist durch bewusste Auswahl fettreduzierter bzw. fettarmer Nahrungsprodukte zu erreichen. Hinsichtlich Süssigkeiten sollte auf Backwaren und Schokolade möglichst verzichtet werden, da diese einen sehr hohen Anteil versteckter Fette erhalten. Reine zuckerhaltige Süssigkeiten wie Tafelzucker, einfache Bonbons und Marmelade stellen hingegen keine nennenswerte Gefahr für übermässige Speicherfettbildung dar.

Eine zusätzliche Unterstützung eines Gewichtsabbaues lässt sich durch regelmässige, auf Ausdauer ausgerichtete körperliche Aktivität erreichen. Weiterhin kann eine Verringerung der Raumtemperatur auf den unteren Bereich der persönlichen Behaglichkeitsgrenze über eine vermehrte Wärmeabstrahlung des Körpers bei gesteigerter Wärmeproduktion einen Gewichtsabbau unterstützen. Der Verzicht auf eng anliegende Kleidung fördert ebenfalls eine vermehrte Produktion von Körperwärme bei intensivierter Wärmeabstrahlung.

Neben diesen allgemeinen Aspekten sind in vielen Behandlungsfällen psychologische Aspekte zu berücksichtigen. So sind verschiedene psychologische “Ess-Typen” unterscheidbar, z.B. der “Genussesser” oder der “Frustrationsesser” und der “Esser aus Langeweile”. Weiterhin kann bei übergewichtigen Patienten während der Nahrungsaufnahme der Sättigungsreflex verzögert einsetzen und eine intuitive Abschätzung der aufgenommenen Nahrungsmenge verloren gegangen sein. Aus diesen Gründen sind im Falle von chronischer Übergewichtigkeit auch psychologische und verhaltensmedizinische Aspekte angemessen zu berücksichtigen.

In seltenen Fällen können einer Übergewichtigkeit auch verschiedene organische Erkrankungen zu Grunde liegen. Beispielhaft seien erwähnt: Schilddrüsenunterfunktionen (Hypothyreosen), krankhafte Erhöhungen der Cortisol-Blutspiegel (Morbus Cushing) und Erkrankungen der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). In solchen Fällen bessert sich die Übergewichtigkeit durch eine erfolgreiche Behandlung der jeweiligen Grunderkrankung.

Hinsichtlicher begrifflicher Definitionen sind vorwiedend zwei unterschiedliche Prinzipien der Schweregradeinteilung in Verwendung, die Einteilung nach Broca und die Klassifikation nach dem Body-Mass-Index (BMI).

Nach der Broca-Formel errechnet sich das sogenante Normalgewicht  in Kilogramm aus der Körpergrösse in Zentimetern, abzüglich 100.

Eine Person von 180 cm Körpergrösse hat demnach ein Normalgewicht von 80 Kg. Ein Abzug von 10% beim Mann bzw. 15% bei der Frau ergibt das jeweilige sogenannte Idealgewicht.

Liegt das Körpergewicht mehr als 10% über dem errechneten Broca-Normalgewicht, spricht man von Übergewichtigkeit, bei Überschreitung um mehr als 20 % von sog. Fettsucht (Adipositas).

Der Body-Mass-Index (BMI) ergibt sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm, geteilt durch die quadrierte Körpergrösse in Metern. Eine 80 Kg schwere Person von 2 m Körpergrösse hat demnach einen BMI von 80 : 4 = 20,0.

Ein BMI über 25 entspricht einer Übergewichtigkeit, ein BMI über 30 einer Adipositas.

Übergewichtigkeit begünstigt eine Vielzahl möglicher Folgekrankheiten. So werden chronische Blutdruckerhöhungen (Hypertonien) durch Übergewichtigkeit gefördert, ebenso chronische Blutfetterhöhungen (Hyperlipidämien) und Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels (Diabetes mellitus, Zuckerkrankheit). Weiterhin begünstigt Adipositas die Entstehung verschiedener Herz-Kreislauf- und Gefässerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Venenleiden und Thrombosen. Auch verschiedene Tumorerkrankungen sind statistisch mit Adipositas korreliert, so z.B. Brustkrebs, Gebärmutterkrebs, Prostatakarzinom und Magen-Darmtumoren. Schliesslich kann auch die Kapazität der Lunge infolge eingeschränkter Lungenentfaltung bei Übergewichtigkeit beeinträchtigt sein. Bestimmte schlafmedizinische Krankheitsbilder (Schlafapnoe-Syndrome, Pickwick-Syndrom) werden ebenfalls durch Übergewichtigkeit gefördert.

Neben diesen internistischen Folgekrankheiten begünstigt eine Übergewichtigkeit auch orthopädische Erkrankungen, vor allem der tragenden Skelettabschnitte. So sind Verschleisserscheinungen (Arthrosen) der Hüft-, Knie- und Sprunggelenke, Wirbelsäulen- und Bandscheibendegenerationen vor allem der Lendenwirbelsäule in vielen Fällen durch Übergewichtigkeit mitbedingt.

Eine erfolgreiche Behandlung von Übergewicht löst folglich nicht nur ein ggf. belastend empfundenes ästhetisches Problem, sondern leistet darüberhinaus auch einen handfesten Nutzen zur langfristigen Gesundheitsvorsorge.

 

Copyright: Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich,
  Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182 3182

 

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