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Sexuelle Probleme

Mit zunehmendem Lebensalter können sich bei Frauen und Männern verschiedene Beeinträchtigungen der Sexualfunktion entwickeln, die durchaus erheblichen Leidensdruck mit nachfolgender Selbstwertproblematik oder Depressivität bedingen können. Auch diese Problemfelder sind einer Anti-Aging-Strategie zugänglich.

 

Bei Frauen werden in erster Linie die mit den Wechseljahren einhergehenden hormonellen Veränderungen als Ursache hierfür angeschuldigt. Der sich entwickelte Mangel an weiblichen Geschlechtshormonen führt zu einer " Verkümmerung " (Involution, Atrophie) der weiblichen Geschlechtsorgane. Durch ein relatives Überwiegen des Testosteronanteils im Blut kommt es in vielen Fällen zur allmählichen tendenziellen "Vermännlichung " (Virilisierung) des alternden weiblichen Körpers. Im Gefolge dieser Veränderungen entwickeln sich unter anderem Gewebsrückbildungen und Austrocknungen im Bereich der genitalen Schleimhäute, welche nicht selten Schmerzen und Entzündungen der Geschlechtsteile bedingen, vor allem beim Geschlechtsverkehr.

Neben diesen körperlichen Veränderungen entwickeln sich während der Wechseljahre auch psychische Veränderungen, die neben eingeschränkter Belastbarkeit, Stimmungslabilität, Gereiztheit oder Lethargie auch nicht selten zu einem Nachlassen des sexuellen Verlangens (Libidoverlust) führen.

Infolge des zunehmenden Östrogenmangels entfallen mit zunehmendem Lebensalter die Schutzeffekte dieses Hormons auf das Herz-Kreislauf- und Skelettsystem. Hieraus resultiert eine zunehmende Rate an Herzinfarkten, Schlaganfällen und Osteoporose, zumindest bei entsprechender patientenseitiger Veranlagung.

Durch einen frühzeitigen medikamentösen Ausgleich der Hormondefizite können die vorbeschriebenen wechseljahrsbedingten Veränderungen in vielen Fällen zunächst vermieden und im weiteren Lebensverlauf hinausgezögert und abgeschwächt werden. Frauen, die sich einer solchen Hormonbehandlung unterziehen, sind oftmals biologisch jünger, körperlich leistungsfähiger und agiler, psychisch ausgeglichener und belastbarer als gleichaltrige Frauen, bei denen kein Hormonersatz durchgeführt wurde.

Die Hormonpräparate werden üblicherweise in Form von Tabletten oder Pflastern dem Blutkreislauf zugeführt. Zusätzlich können die erwähnten lokalen Veränderungen speziell der Genitalschleimhäute mit östrogenhaltigen Salben behandelt werden.

Wie bei anderen Medikamenten auch, existieren ebenfalls bei den gynäkologischen Hormonpräparaten bestimmte mögliche Risiken, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen, die beachtet werden müssen. Aus diesem Grunde sollte in die Entscheidung, ob im Einzelfall ein Hormonersatz sinnvoll ist, grundsätzlich ein Frauenarzt (Gynäkologe) eingebunden werden. Darüberhinaus ist auch der weitere Behandlungsverlauf ärztlich kontroll- bzw. überwachungsbedürftig.

 

Bei Männern kann es im Rahmen der mit den männlichen Wechseljahren stattfindenden Hormonveränderungen ebenfalls zu einem Nachlassen der Sexualfunktionen kommen. Auch hier kann es sich einerseits um Hemmungen des sexuellen Interesses handeln (Libidoverlust) oder um organische Beeinträchtigungen, die sich hauptsächlich in einer gestörten Erektionsfähigkeit (erektile Dysfunktion) äußern.

Die möglichen Ursachen der erektilen Dysfunktion sind vielfältig. Einerseits kommen verschiedene psychisch bedingte Ursachen in Betracht, wie z. B. ein Übermaß an Streß, depressive oder ängstliche Verstimmungszustände, vermehrter Leistungsdruck, vegetative Erschöpfung, Partnerschaftsprobleme.

Andererseits existieren verschiedene organische Erkrankungen, die unter anderem auch zu einer erektilen Dysfunktion führen können. So besteht die Möglichkeit, dass sich die Atherosklerose auch auf die Durchblutung der männlichen Geschlechtsorgane nachteilig auswirkt und deren Funktion beeinträchtigt. Folgerichtig können alle Risikofaktoren, die eine Atherosklerose fördern, über die Jahre auch eine erektile Dysfunktion begünstigen. Der Diabetes mellitus kann einerseits auf dem Wege diabetischer Gefäßschäden, andererseits aber auch im Rahmen eines diabetischen Nervenschadens (Neuropathie) in vielen Fällen erektile Dysfunkionen verursachen. Auch Nervenkrankheiten wie Multiple Sklerose und Morbus Parkinson können neben anderen Beeinträchtigungen auch mit erektiler Dysfunktion vergesellschaftet sein. Operationen und Strahlentherapien im Bereich des kleinen Beckens, des Enddarmes und der Prostata haben in vielen Fällen auf Grund unvermeidbarer Schäden wichtiger zuführender Nerven ebenfalls eine erektile Dysfunktion zur Folge.

Schließlich können diverse Medikamente und im Übermass konsumierte Genussmittel (Alkohol, Koffein), weiterhin auch verschiedene illegale Drogen erektile Dysfunktionen verursachen. Zusätzlich wirkt sich übermäßige, zu fett- und kalorienreiche Ernährung nachteilig auf die Sexualfunktion aus.

Zur Behandlung altersabhängiger sexueller Funktionsstörungen des Mannes können verschiedene Strategien verfolgt werden, die durchaus auch in Kombination einsetzbar sind.

Oftmals sind psychische Faktoren zumindest mitverantwortlich für solche sexuellen Beeinträchtigungen. Folgerichtig ist es in vielen Fällen sinnvoll, durch psychologisch ausgerichtete Therapien die jeweilige psychische Problematik aufzuarbeiten. Neben psychologischen Einzelgesprächen können auch Paargespräche sinnvoll sein, zusätzlich auch therapeutische Gruppenveranstaltungen zur Entspannungsförderung, Verbesserung von Stresstoleranz und Selbstsicherheit sowie Bewältigung von Ängsten und Depressionen.

Verschiedene Naturstoffe können medikamentös zur Besserung der Sexualfunktion eingesetzt werden. Das bekannteste und vor Zulassung des Viagra am häufigsten verordnete Präparat ist Yohimbin. Dieses besteht aus einem Rindenextrakt des westafrikanischen Yohimbe-Baumes und beeinflusst sowohl die Libido als auch die erektile Funktion.

Ähnliche Wirkungen wie Yohimbin kann auch Ginseng entwickeln. Zusätzlich verbessert Ginseng auch Ausdauer und Konzentrationsvermögen.

Extrakte aus Blättern des Ginkgo-Baumes (Ginkgo biloba) wirken sich verbessernd auf die Blut- und Sauerstoffversorgung diverser Organe aus. Neben der Hirndurchblutung wird daher auch die Durchblutung im Bereich der Geschlechtsorgane verbessert. Dies kann sich auch auf die Sexualfunktionen bei Männern und Frauen positiv auswirken. Ob allerdings durch Ginkgo- Extrakte auch eine erektile Dysfunktion verbessert wird, kann nach derzeitiger Studienlage noch nicht abschliessend beurteilt werden.

Ein weiteres Pflanzenprodukt ist Yin Yang Huo (Horny Goat Weed). Hier handelt es sich um einen Extrakt aus Blättern und Stängeln einer chinesischen Pflanze (Aceranthus sagittatum). Diese Pflanze enthält u. a. das Flavonoit Icariin. Diese Substanz bewirkt einen Anstieg des Testosteronspiegels, sensibilisiert sensorische Nervenfasern und wirkt gefässerweiternd. Zusätzlich soll die Spermienproduktion verbessert und überhöhter Blutdruck gesenkt werden.

Haferextrakte (Avena sativa) wirken sich bei Männern und Frauen libidoverbessernd aus, indem das testosteronbindende Protein (SHBG) im Blut gesenkt wird, so dass der Anteil des libidosteigernden freien Testosterons steigt. Nähere Einzelheiten finden sich im Kapitel zu den Wechseljahren.

In der chinesischen Medizin werden Präparate der Pflanze Astralagus zur allgemeinen Belebung und Förderung der Libido verwendet. Es existieren Hinweise, dass die Beweglichkeit der Spermien verbessert wird.

Maca ist ein ursprünglich aus Peru stammender Wurzelextrakt eines Rettichs (Lepidium meyenii), welcher Libido und Erektion verbessern soll.

Aus Brasilien stammt das Amazonas-Holz Muira puama. Es handelt sich um die Rinde des gleichnamigen Baumes, welche bei Männern und Frauen zu einer erhöhten Libido und bei Männern auch zu einer Besserung erektiler Dysfunktionen beitragen kann.

Neben den vorerwähnten pflanzlichen Naturprodukten, welche mehrheitlich auch von den jeweiligen Naturvölkern über Jahrhunderte genutzt wurden,  kann die Aminosäure L-Arginin auf dem Wege einer Verbesserung der Gefässdurchblutung erfolgreich zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion eingesetzt werden. Es wird empfohlen, etwa 45 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr 5 g einzunehmen.

Viagra ist das neueste Präparat, welches in Tablettenform ebenfalls etwa 45-60 Minuten vor dem geplanten Verkehr eingenommen werden kann. Dieses Präparat wirkt ausschliesslich auf dem Wege einer Gefässerweiterung durchblutungsverbessernd. Zu beachten sind verschiedene Risiken, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen.

Muse ist ein ebenfalls relativ neu eingeführtes Präparat, welches lokal anzuwenden ist und ähnlich wie Viagra über eine Durchblutungsverbesserung  erektile Dysfunktionen verbessern kann. Der Nachteil im Vergleich zu Viagra liegt in der erheblich unangenehmeren Art der Applikation, der Vorteil in weniger Nebenwirkungen und Komplikationen. Auch kann dieses Präparat im Unterschied zu Viagra von Herzpatienten angewendet werden, bei denen Viagra oftmals kontraindiziert ist. Zusätzlich gibt es Patienten, die nicht auf Viagra ansprechen (z. B. nach Operationen im Bereich von Prostata und kleinem Becken), bei denen Muse noch wirkt.

Die Skat-Therapie ist heutzutage nur therapieresistenten Fällen vorbehalten, bei denen sämtliche vorerwähnten Präparate nicht wirksam sind. Hier nimmt der Patient vor dem beabsichtigten Verkehr eine lokale Injektion vor, welche eine durchblutungsverbessernde Substanz enthält.

 

Hinsichtlich Allgemeinmassnahmen kann eine ausgewogene Ernährung mit angemessener Kalorienreduktion günstigen Einfluss auf sexuelle Funktionsstörungen haben, weiterhin ausreichende, aus Ausdauer ausgerichtete körperliche Bewegung, geregelter Schlaf und Vermeidung von übermässiger Stressbelastung. Positiv auswirken können sich auch Cayennepfeffer, Paprika, Ingwer, Zimt und Gewürznelken, welche jeweils durchblutungssteigernde Effekte entwickeln können. Zink und Kürbiskerne, welche ebenfalls viel Zink enthalten, wirken sich auf die Funktion der Prostata und die Libido günstig aus; Zink reduziert den Oestrogenspiegel und hebt den Testosteronspiegel.

Auch Gelee Royale, der Futtersaft der Bienenköniginnen und bestimmte Blütenpollen können sich verbessernd auf die Libido und die allgemeine Leistungsfähigkeit auswirken, indem die Produktion des Wachstumshormons angeregt wird, welches als “Powerhormon” verschiedene aktivierende physiologische Wirkungen hat (vgl. Kapitel über Hormontherapie).

 

Copyright: Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich,
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