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Medikamentöse Therapie

Im Interesse einer langfristigen Gesunderhaltung kann diskutiert werden, einige wenige schulmedizinisch eingesetzte chemisch definierte Substanzen auch unter vorbeugenden Aspekten, d.h. unter der Zielsetzung von “Anti-Aging” und “Longevity” zu verwenden. Diese Substanzen sollen im folgenden aufgeführt werden.

 

Acetylsalicylsäure (ASS)

ASS hemmt in einer Dosis von durchschnittlich 100 bis 300 mg pro Tag die sog. Aggregation, d. h. die Verklebung bzw. Verklumpung der Blutplättchen (Thrombozyten). Daher zählt ASS zur Gruppe der sog. Thrombozytenaggregationshemmer.

Es konnte nachgewiesen werden, dass ASS bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung (KHK), insbesondere bei abgelaufenem Herzinfarkt, bei Patienten mit abgelaufenen akuten Hirndurchblutungsstörungen (TIA, PRIND, Schlaganfall) und bei Patienten mit Durchblutungsstörungen der Beine (arterielle Verschlusskrankheit, AVK) den weiteren Verlauf dieser Krankheiten günstig beeinflusst und im Falle der Herz- und Hirndurchblutungsstörungen auch die Lebenserwartung der betroffenen Patienten verlängern kann. Während für eine Prophylaxe bei KHK eine Tagesdosis von 100 mg als ausreichend erachtet wird, sind zu einer wirksamen vorbeugenden Behandlung im Falle von Hirn- und Beindurchblutungsstörungen höhere Dosierungen bis zu 300 mg pro Tag erforderlich bzw. anzustreben.

Da ASS bei abgelaufenen Herzinfarkten bzw. akuten Hirndurchblutungsstörungen auch die Quote späterer Zweitereignisse reduziert, erscheint naheliegend, ASS auch zur primären Prävention zu verwenden, um entsprechende Erstereignisse zu verhindern oder in spätere Lebensjahre zu verlagern.

Unter diesem Aspekt kommt den Früherkennungsuntersuchungen des Herzens, der Hirn- und Beingefässe eine wesentliche Bedeutung zu. Wenn diese Untersuchungen Hinweise auf eine das Altersmass überschreitende Gefässveränderung ergeben, sollte eine vorbeugende langfristige Gabe von ASS in der jeweils erforderlichen Dosierung ins Auge gefasst werden.

ASS wird üblicherweise gut vertragen. Bei Langzeitanwendung, speziell in höherer Dosierung, entwickeln sich in einigen Fällen chronische Oberbauchbeschwerden, da ASS die Entwicklung entzündlicher Veränderungen der Magenschleimhaut fördert. In diesen Fällen ist abzuwägen, die medikamentöse Prophylaxe mit ASS zu beenden und ggf. auf Alternativpräparate (z.B. Clopidogrel) auszuweichen.

 

CSE-Hemmer

CSE-Hemmer reduzieren die Cholesterinproduktion in der Leber und wirken sich daher senkend auf den Cholesterinblutspiegel aus. Insbesondere wird das schädliche LDL-Cholesterin gesenkt, einige Substanzen dieser Gruppe erhöhen zusätzlich tendenziell die Gefäss-schützenden HDL-Spiegel und senken zusätzlich die Neutralfette (Triglyceride). Neben dieser Blutfettsenkung wirken die CSE-Hemmer an der Gefässwand selbst plaquestabilisierend, d. h. sie fördern die Überhäutung (Epithelialisierung) und mechanische Stabilisierung  von atherosklerotischen Wandauflagerungen, so dass die Gefahr eines späteren Wandeinrisses veringert wird. Wie im Kapitel zur Artherosklerose ausgeführt, können insbesondere akute Herzinfarkte nicht selten auch bei noch relativ gering veränderten Herzkranzgefässen durch solche Einrisse im Verlauf instabiler Plaques ausgelöst werden.

Es konnte nachgewiesen werden, dass ebenso wie ASS auch die CSE-Hemmer Prognose und Lebenserwartung bei Patienten mit den vorerwähnten Atherosklerose-Folgekrankheiten wesentlich verbessern können, indem die Quote an Herzinfarkten, Herztodesfällen und tödlichen Schlaganfällen verringert wird. Zusätzlich verzögern CSE-Hemmer das Fortschreiten einer arteriellen Verschlusskrankheit.

Unter diesen Aspekten sollten CSE-Hemmer frühzeitig zur langfristigen Prognoseverbesserung eingesetzt werden, wenn überhöhte Blutfettspiegel durch nicht-medikamentöse Massnahmen keine hinreichende Besserung zeigen und / oder wenn in den gefässgezogenen apparativen Früherkennungsuntersuchungen eine über dem Altersmass liegende Atherosklerose erkennbar ist.

 

ACE-Hemmer und AT-II-Blocker

ACE-Hemmer und AT-II-Blocker stehen als wirksame blutdrucksenkende Medikamente zur Verfügung, wobei die AT-II-Blocker eine neuere Weiterentwicklung der ACE-Hemmer darstellen.

Neben der Blutdrucksenkung bewirken diese Substanzen eine Verbesserung der Herzfunktion im Falle einer bestehenden Pumpschwäche des Herzens, vor allem dann, wenn eine Erweiterung der Herzhöhlen (Dilatation) besteht. Es konnte gezeigt werden, dass bei organischen Herzerkrankungen Prognose und Lebenserwartung durch diese Substanzen gebessert werden. Zusätzlich existieren Hinweise, dass die ACE-Hemmer, möglicherweise auch die AT-II-Blocker, an der Gefässwand selbst verzögernd auf das Fortschreiten einer bestehenden Gefässverkalkung einwirken. Auch können ACE-Hemmer vor allem bei Diabetikern zum langfristigen Funktionserhalt der Nieren beitragen.

Unter Aspekten der vorbeugenden Medizin sollten ACE-Hemmer bzw. AT-II-Blocker daher bevorzugt eingesetzt werden, wenn eine das Altersmass überschreitende Atherosklerose besteht und gleichzeitig die Notwendigkeit vorhanden ist, zur Verbesserung der Herzfunktion und / oder zur Blutdrucksenkung medikamentöse Behandlungen durchzuführen. Auch Diabetikern sollten ACE-Hemmer wegen ihrer nierenschützenden Wirkungen (Nephroprotektion) nach Möglichkeit nicht vorenthalten werden.

 

Betablocker

Ebenso wie die ACE-Hemmer stehen auch die Betablocker als wirksame und erprobte Medikamente zur Blutdrucksenkung zur Verfügung. Zusätzlich können diese Substanzen erfolgreich zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden. Betablocker fördern weiterhin Müdigkeit und Schlaf. Dies kann im Einzelfall eine unerwünschte Nebenwirkung darstellen, in anderen Fällen, vor allem bei psychischer Angespanntheit mit nervösen Herzbeschwerden, durchaus auch therapeutisch erwünscht sein.

Neben der Blutdrucksenkung wirken sich Betablocker verlangsamend auf die Herzfrequenz aus, d.h. sie erniedrigen den Ruhe- und Belastungspuls. Beide Effekte, Blutdruck- und Pulserniedrigung, verringern eine ggf. bestehende übermässige Mehrbelastung des Herzens und ökonomisieren daher die Herztätigkeit.

Es konnte in zahlreichen Studien belegt werden, dass Betablocker bei Koronar- und Infarktpatienten die weitere Prognose verbessern, indem die Lebenserwartung dieser Patienten verlängert und die Quote an tödlichen Herzrhythmusstörungen und Herztodesfällen gesenkt wird.

Auch Betablocker sollten daher unter präventivmedizinischen Gesichtspunkten als Mittel der Wahl eingesetzt werden, wenn ein Bluthochdruck medikamentös zu senken ist und / oder Herzrhythmusstörungen und Herzpumpschwächen zu behandeln sind, vor allem bei solchen Fällen, die zusätzlich eine Atherosklerose bzw. eine koronare Herzerkrankung aufweisen. Auch zur Migräneprophylaxe und zur unterstützenden Behandlung nervositätsbedingter funktioneller Herz-Kreislauf-Störungen können Betablocker gerade unter Berücksichtigung ihrer allgemeinen prognoseverbessernden Effekte bei gegebener Indikation mit guter Begründung eingesetzt werden.

 

Pflanzliche Präparate (Phytopharmaka)

Neben den erwähnten schulmedizinischen Präparaten existieren einige beachtenswerte pflanzliche Medikamente, die ebenfalls unter allgemeinen prophylaktischen, d.h. prognoseverbessernden Zielsetzungen und zur Verbesserung der Lebensqualität verwendet werden können, und zwar je nach Situation als Alternative oder in Kombination mit den jeweils indizierten chemisch definierten Präparaten. Diese pflanzlichen Mittel (Phytopharmaka) werden im Kapitel “Naturheilverfahren” behandelt.

 

Copyright: Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich,
  Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182 3182

 

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