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Krebs

Die Mehrzahl der bösartigen Tumorleiden tritt mit zunehmendem Lebensalter auf. Daher sind im Zusammenhang mit Anti-Aging und Longevity auch Vorbeugungskonzepte von Interesse, durch eine gesundheitsbewusste Lebensführung zu einer Verringerung des Krebsrisikos beizutragen.

Krebsentstehung kann nach gängiger Lehrmeinung über verschiedene Mechanismen ausgelöst werden, die jeweils letztlich zu einer Zellmutation führen. Die zur Krebszelle umgewandelte Zelle kann sich nach erfolgter Mutation zunächst noch über einen mehr oder weniger langen Zeitraum inaktiv verhalten, bis sie sich hernach ungebremst zu teilen beginnt und am Ort des Geschehens einen Tumor entstehen lässt, von dem durch Zellstreuung über Lymphwege und Blutbahn im weiterem Verlauf an anderen Stellen bzw. Organen des Körpers Tochtergeschwülste (Metastasen) entstehen (“Streukrebs”).

Viele Hypothesen gehen davon aus, dass wahrscheinlich permanent im Organismus durch Mutation Krebszellen entstehen. So lange diese Krebszellen vom Immunsystem des Körpers als fehlerhaft erkannt und eliminiert werden, kommt es nicht zur Entwicklung eines Krebsleidens. Erst wenn Krebszellen vom Immunsystem nach ihrer Entstehung nicht vernichtet werden, können sie sich im Laufe der Zeit ungehindert vermehren und zur Tumorerkrankung führen.

Im Rahmen einer Anti-Aging-Strategie können daher solche Massnahmen zur Krebsvorbeugung als sinnvoll erachtet werden, die in der Lage sind, das Immunsystem zu stärken. Gleichzeitig sollten diejenigen Faktoren vermieden werden, die zu einer Schwächung des Immunsystems führen können. Darüberhinaus ergeben sich verschiedene Aspekte, über Nahrungskomponenten zu einer Krebsvorbeugung beizutragen.

Im Wesentlichen handelt es sich um vorbeugende Massnahmen, die auch aus anderen Gründen im Rahmen einer Anti-Aging-Behandlung zum Zuge kommen sollten. Besonders zu erwähnen sind auf Ausdauer ausgerichtete dosierte Bewegungstherapien, Massnahmen zum Stressabbau und zur Schlafnormalisierung, vitamin- und ballaststoffreiche ausgewogene Ernährung, Gewichtsnormalisierung, ausreichende Zuführung von Antioxidantien (Radikalfängern). Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass bestimmten Inhaltsstoffen pflanzlicher Nahrungsmittel hemmende Wirkungen im Hinblick auf Entstehung und Vermehrung von Krebszellen beigemessen werden (Lycopen, Genistein, Zeaxanthin, Indol, Sulphoraphan und Selen). Diese Naturstoffe befinden sich u. a. in Tomaten, Wassermelonen, roter Grapefruit, Soja, Torfu, Spinat, Chicoree, Mangold, roter Beete, Kohlsorten, Kokosnüssen, Sonnenblumenkernen, Pilzen, Getreidesorten, Knoblauch; Selen ist zusätzlich in Eiern, Seefischen und Austern enthalten. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich im Kapitel zur Ernährungstherapie unter dem Stichwort Radikalfänger. Genistein reduziert nach derzeitigen Erkenntnissen das Risiko der folgenden Tumorleiden: Prostata-, Brust-, Darm-, Lungen-, Hautkrebs und Leukämie. Diese Substanz hemmt nicht nur das Krebszellwachstum, sondern auch die sog. Angioneogenese, d.h. die Gefässneubildung innerhalb des Tumors, ohne die eine zunehmende Tumorvergrösserung und ein Fortschreiten des Tumorleidens nicht möglich sind. Für Lycopen konnten unter anderem hemmende Einflüsse auf Entstehung und Ausbreitung des Prostata-Karzinoms nachgewiesen werden. Die Aufnahme des Lycopens über den Darm lässt sich wesentlich steigern, wenn anstelle roher Tomaten erhitzte Tomaten in Kombination mit Öl verzehrt werden (z.B. über Tomatensosse und Ketchup).

Im Hinblick auf Hautkrebsarten sollte eine übermässige Sonneneinwirkung, welche zu gehäuftem Sonnenbrand führt, vermieden werden.

Hinsichtlich Gebärmutterhalskrebs erscheint langfristig praktizierter häufig wechselnder Geschlechtsverkehr problematisch, da dieser, zumal bei eingeschränkter Hygiene, mit einer vermehrten Rate an bestimmten genitalen Infektionen (Herpes genitalis) und Gebärmutterhalskrebs einhergeht.

Bestimmte Krebse der Mund- und Wangenschleimhäute können durch vieljährige Schleimhautirritationen, z. B. auf Grund schlecht sitzender Zahnprothesen, gefördert werden, wenn sogenannte Leukoplakien entstehen, die bei langjährigem Existieren maligne entarten können. In Einzelfällen können auch durch vieljährige mechanische Irritationen der Haut an den betreffenden Stellen Hautkrebse entstehen. Langjährige chronische Irritationen der Haut und Schleimhäute sollten daher möglichst vermieden werden.

Chronische virusbedingte Leberentzündungen (Hepatitis B, C, D) haben eine erhöhte Rate späterer Leberzellkarzinome zur Folge. Zusätzlich ist die Lebenserwartung der betroffenen Patienten durch einen möglichen Übergang in ein chronisches Leberversagen statistisch deutlich herabgesetzt. Durch Impfungen gegen Hepatitis B kann zumindest einer dieser Hepatitisformen und ihren Folgekomplikationen wirksam vorgebeugt werden. Da diese virusbedingten Lebererkrankungen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und Blut übertragen werden können, kann ihrer Entstehung auch durch diesbezügliche Vorsichtsmassnahmen vorgebeugt werden.

Eine chronische Besiedlung der Magenschleimhaut mit der Bakterie Helicobacter pylori fördert nicht nur entzündliche Magenschleimhauterkrankungen, sondern erhöht auch die Rate eines bestimmten Lymphkrebses der Magenwand (sog. MALT-Lymphom). Insofern kann eine Beseitigung dieses Keimes durch eine geeignete antibiotische Kombinationsbehandlung auch als vorbeugende Massnahme im Hinblick auf die Entwicklung dieser allerdings relativ seltenen Lymphome des Magens aufgefasst werden.

Auf die verschiedenen krebserregenden Chemikalien und Arbeitsstoffe, bei deren Exposition spätere Tumoren als Berufskrankheit entschädigungspflichtig sind, soll nicht im Detail eingegangen werden, da dies Gegenstand der Arbeitsmedizin ist und den Rahmen der vorliegenden Darstellung sprengen würde. Nur beispielhaft seien erwähnt: Asbest, PVC, Benzol, Phosphor, Kokereirohgase, Eichen- und Buchenholzstäube, Russ, Teer, ionisierende Strahlen. Es versteht sich von selbst, dass im Rahmen des Arbeitsschutzes ein Kontakt mit solchen krebserregenden Faktoren im Rahmen des technisch machbaren unterbunden werden sollte.

Schliesslich ist auch eine regelmässige Teilnahme an Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung ein wichtiger Baustein im Gesamtkonzept einer Anti-Aging-Strategie; denn die Mehrzahl der Tumorleiden kann vor allem bei frühzeitiger Erkennung im Anfangsstadium potenziell geheilt werden.

 

Copyright: Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich,
   Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182 3182

 

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